Südostanatolien

Reiter in Mardin

Moin, moin,

hier kommt der abendliche Reisebericht. Heute ging es über Şanlıurfa, Mıdyat und Mardın nach Diyarbakir. In Şanlıurfa habe ich erst mal in einem sehr netten Frühstücksrestaurant in der Innenstadt das morgendliche Mahl genommen. Das war im Hotelpreis nicht inbegriffen und so bestand die Möglichkeit einer morgendlichen Stadterkundung. Zunächst die Heiligen Fischteiche. Eine eindrucksvolle Anlage, die ich unbedingt sehen wollte. In heimischen Gefilden fröne ich dem Adana Kebap. Und die Besitzer des Restaurants kommen aus Urfa. Ein riesiges Bild von dem heiligen Fischteich an der Wand hat mich immer neugierig gemacht und ich habe immer gesagt, dass ich dort einmal hinfahren werde. Gesagt, getan. Und an der Anlage gab es wieder ein Beispiel türkischer Freundlichkeit und Gastfreundschaft. Als ich einen der Parkwächter nach dem Weg fragte, wollte er erst wissen, woher ich komme. Will jeder sofort wissen, wobei viele gleich auf Deutschland tippen. Kaum hatte ich das gesagt, umarmte er mich auch schon. Das ist schon unglaublich und zeigt auch, welche Verbundenheit die Türken zu den Deutschen haben ich habe bislang keinmal etwas Negatives oder Abschätziges zu Deutschland gehört, obwohl ich es aufgrund der politischen Diskussionen erwartet habe. Im Gegenteil. Jeder findet Deutschland gut und jeder kennt die Clubs der Bundesliga. Auch den meiner Stadt. Achso. Ich war beim Frühstück. Das war einfach lecker. Mal etwas anderes. Eine türkische Spezialität, das Menemen. Und danach ging es dann Richtung Midyat und anschließend Mardin. Wieder einmal habe ich gelernt, dass der türkische Verkehr anders verläuft. Irgendwo vor Midyat stand eine kleine Herde Esel mitten in einem Ort auf der Straße. Das muss man sehen, sonst knallt es. Vor zwei Tagen auf der Schnellstraße bei fröhlichen 120 km/ h überquerte eine Herde Schafe die Fahrbahn. Und sonst bewegen sich auch noch allerlei andere Tiere und auch Menschen dort, wo sie eigentlich nicht sein sollten. Gewöhnungssache. In Midyat getankt. Und da der Tankwart nicht kommunizieren könnte, musste der Chef ran, der ziemlich gut Englisch sprach. Und es kam, wie es kommen musste. Erst einmal eine Einladung zum Çay, bevor es weiterging. Und ich hatte gerade in einem Restaurant zwei getrunken. Egal. Gastfreundschaft geht vor und Çay geht immer. Die Fahrt nach Mardin verlief unspektakulär, abgesehen von einem Ausfall des Navis. Ist für die Strecken zwischen Städten nicht wichtig, da die Straßen gut ausgeschildert sind. Wenn man allerdings in die Städte kommt, ist das Navi schon hilfreich. Zwar funktioniert auch Durchfragen. Aber wenn man schon spät ist, nervt es doch. Mardin ist sehr nett. Soll eine der schönsten Städte der Türkei sein. Die Stadt, also die Altstadt, ist wirklich sehr gut hergerichtet und sauber. Aber als die schönste würde ich sie nicht bezeichnen. Was ohnehin auffällt ist die Sauberkeit und Aufgeräumtheit der Städte. Das kenne ich auch anders. Auch Diyarbakir ist eine solche Stadt. Eben habe ich noch etwas gegessen und die Stadt schon einmal etwas erkundet. Das werde ich morgen fortsetzen und dann geht es in den Norden, voraussichtlich bis Erzurum.

Bis dann

Euer omongkosong