Ostanatolien

Berge bei Erzurum

Moin, moin,

etwas verspätet und mit einem anderen Titel die Fortsetzung meines Reiseberichts. Wie ihr dem Titel entnehmen könnt, bin ich mittlerweile nicht mehr im Süden Anatoliens, sondern im nördlichen Teil, genauer gesagt in Erzurum. Ich meinte zwar, es handele sich um die Bezeichnung Nordost Anatolien. Der Reiseführer legte allerdings Einspruch ein und diesem folge ich natürlich. In Erzurum war ich bereits vor etwa zwei Jahren, was mir die Orientierung und Hotelsuche einfach gemacht hat. Aber nun zu der gestrigen Fahrt. Es war der Tag der deutschsprachigen Türken oder Kurden, der militärischen Strassenkontrollen und der Tiere auf den Straßen. Aber der Reihe nach. Gestartet bin ich in Diyarbakır. Vor der Abreise habe ich aber noch die Stadt besucht. Und da ich kurz mal gewisse Örtlichkeiten aufsuchen musste, fragte ich einen Portier vor einem Hotel, ob das möglich sei. Klar und ob ich Deutscher sei. Wie findet man das immer so schnell raus? Er habe lange in Mannheim gewohnt, sei dann abgeschoben worden und lebe nun hier. Er liebe Deutschland und Europa. Einfach weniger Ärger und alles funktioniere. Na ja. Da hat sich wohl etwas geändert oder ist in der Erinnerung verschwommen. Das war ein netter Start und es ging gleich weiter. Am Museum, jede größere Stadt scheint ein solches zu haben, würde ich von den Ordnungskräften angesprochen woher ich komme und ob ich Hilfe brauche. Einer der Leute sprach mich sofort auf Deutsch ( wieso sieht man das?) und erzählte mir, er sei in Deutschland verheiratet gewesen, lebe aber nun ohne deutsche Frau wieder in Diyarbakır. Und das Beste. Er hat in meiner Geburtsstadt gelebt. Die Welt ist klein. Danach ging es dann auf eine lange Fahrt Richtung Norden. Zunächst nach Ağrı und dann weiter nach Erzurum. Ağrı ist nun kein touristisches Highlight, aber ein guter Freund kommt von hier. Und man kann den Berg Ararat von hier sehen, wenn, ja wenn, es nicht den ganzen Tag diesig gewesen wäre. Da war es mit dem Ararat leider nichts. Und den will ich schon seit meiner Schulzeit, dem Geografieunterricht sei Dank, sehen. Ein Grund, mal wieder vorbei zu schauen. Und Berge gibt es genug. Es ist schon toll, wie die Landschaften abwechseln und welche Bergformationen zu sehen sind. Und etwa ab dem Van See sieht man auch noch Schnee auf den Kuppen. Hinter Ağrı Richtung Erzurum nahezu durchgehend. Und kalt ist es geworden. Waren es im Süden noch etwa 23 Grad, fielen die Temperaturen zwischenzeitlich auf 11 Grad. Nicht verwunderlich, wenn man weiß, dass man auf bis zu 2200 Höhenmetern fährt. Ach so. Tiere. Auf der Fahrt gab es alle. Hunde, Schafe, Kühe und andere. Und natürlich immer mitten auf der Straße. Egal wo. Auch auf Schnellstraßen. Bei Tempo 110 manchmal etwas unlustig. Aber da wir in der Türkei sind, gibt es fahrerische Lösungen. Und gerne auch mal Esel oder Kühe, die auf der Straße stehen und das Gras auf dem Mittelstreifen Weiden. Einmal sogar mit angehängter Karre. Einfach umfahren ist die Devise. Ach so. Tag der militärischen Kontrollen. Das Aufgebot an Militär und Polizei ist enorm. Die Einfahrten zu den Städten werden immer durch Militärposten kontrolliert. In den Städten gibt es große Militärstützpunkte. Bisher bin ich an den Kontrollstellen nicht kontrolliert worden, da sie nicht besetzt waren oder nur LKWS kontrolliert wurden. Gestern geschah es dann gleich zweimal kurz vor Erzurum. An der ersten Kontrollstelle kam ein junger Soldat auf mich zu, grüßte, sagte etwas und wir haben schnell festgestellt, dass die Kommunikation etwas eingeschränkt war. Ich habe dann das Zauberwort "Turis" gesagt, er lachte, fragte noch eine neben den Wagen stehende Soldatin etwas, die lachte auch und weiter ging’s. Kurze Zeit später, die nächste Kontrolle. Zauberwort "Turis" genannt, Kofferraum geöffnet und nach einer Minute ging es weiter. Und nun werde ich frühstücken und dann in Richtung Südwesten nach Malatya fahren.

Bis dann

Euer omongkosong